Antrag Mobilität

Ratsfraktion

Hier der Antrag

Beratungsgegenstand:

Mobilitätskonzept der Gemeinde Raesfeld

Beschluss:

1) Die Gemeinde Raesfeld wird Mitglied im „Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW“.

2) Mit Unterstützung des „Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW“ erstellt die Verwaltung ein umfassendes Mobilitätskonzept für die Gemeinde Raesfeld.

3) Die Gemeinde Raesfeld setzt sich bei allen maßgeblichen Stellen dafür ein, dass die Tarife im Öffentlichen Nahverkehr deutlich gesenkt werden.

Sachdarstellung / Begründung:

Die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr ist eine Aufgabe der grundgesetzlich verankerten Daseinsvorsorge. Gerade in einer ländlich geprägten Region wie dem Kreis Borken, in der sich zwischen wenigen mittelgroßen Städten viele kleinere Gemeinden und Dörfer befinden, ist es besonders wichtig, Mobilitätsmaßnahmen so zu strukturieren, dass alle Bürger im Kreisgebiet davon profitieren. So auch für die Raesfelder Bürgerinnen und Bürger. Bisher nutzen nur 4 % aller Bürger im Kreis Borken den ÖPNV. Die Hälfte davon entfällt auf den sogenannten Schüler und Ausbildungsverkehr.

Ursache für diese geringe Akzeptanz ist nicht, wie immer wieder behauptet wird, die zu geringe Nachfrage nach ÖPNV-Angeboten sondern schlicht und ergreifend die mangelhafte Ausgestaltung der bisher vorhandenen ÖPNV-Angebote. Es fehlen Streckenverbindungen aus kleineren Orten zu Verkehrsknotenpunkten, Ärztehäusern, sowie anderen wichtigen Anlaufstellen im Kreis Borken. Auch die sehr hohen Fahrpreise schrecken potentielle Nutzer ab. Das gilt auch für die Menschen, die in Raesfeld leben.

Raesfeld muss besser an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) angeschlossen werden.

Landes- und Bundesregierung befürworten den verstärkten Ausbau des ÖPNV. Nur: In Raesfeld ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nur sehr eingeschränkt möglich.

Der Pendleratlas NRW 2018 (https://www.pendleratlas.nrw.de/) hat die Pendlerströme auch für Raesfeld festgestellt:

Da wird festgestellt:

Raesfeld hatte am 31.12.2018

11.362 Einwohner

Die Zahlen der Berufspendler 2018 betragen:

4.085 Auspendler (Personen die außerhalb von Raesfeld arbeiten)

Es gibt aber auch 2.044 Einpendler (Personen die aus anderen Orten in Raesfeld arbeiten)

Der Pendleratlas zeichnet auch auf, wie viele Personen in welche Orte fahren bzw. wie viele nach Raesfeld kommen.

Auch Raesfeld braucht gute Verbindungen zu Bahnhöfen (hierzu gehört neben Borken, Rhade, Dorsten auch Wesel), zu Schnell- und Regiobuslinien, ohne lange Wartezeiten. Z.B. durch Anrufbusse oder Bürgerbusse.

Das Radwegenetz für Pendler muss, auch für Fahrten in andere Kreise, deutlich ausgebaut werden.

Damit sich der politische Raum auch ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen kann, ist es unabdingbar, ein Mobilitätskonzept gemeinsam mit anderen Akteuren zu erstellen. Ein guter Weg dahin ist der Beitritt in das „Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW“, das der Verwaltung und der Politik beratend zur Seite steht.

Auszug aus dem Internetauftritt „Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW:

Ländliche Räume haben mit Abwanderungstendenzen und dem damit verbundenen Rückzug der Einkaufs-, Service- und Sozialangebote zu kämpfen. Viele bisher zu Fuß oder per Rad zurückgelegte Wege können nur noch mit dem Auto oder – wenn vorhanden – dem ÖPNV bewältigt werden. Mobilitätsmanagement setzt hier an, um bezahlbare Mobilität auch ohne Auto und damit den Erhalt der Angebote zu sichern. Neben der Schaffung der nötigen Rahmenbedingungen und der Kommunikation der Mobilitätsangebote steht insbesondere die Weiterentwicklung des ÖPNV in Richtung eines flexiblen, nachfrageorientierten Systems im Fokus, ergänzt durch die Förderung von bürgerschaftlicher Angebote wie Fahrgemeinschaften oder Bürgerbussen.

Wir müssen das Thema ernsthaft angehen.

Für die Verkehrswende brauchen wir Alternativen. Wir müssen allerdings auch zwingend bei den Tarifen tätig werden. Bei 4,10 Euro pro Einzelfahrt nach Borken überlegt man sich, vielleicht doch das Auto zu nehmen. Hier muss eine nachhaltige Senkung der Tarife erfolgen. Diese Forderungen muss aktiv gegenüber dem Kreis, dem Land und dem Bund vertreten werden.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Rybarczyk

 

 
 

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