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Kommunalpolitik

Fracking – die Gefahr ist noch nicht gebannt!

 

Der Planungsausschuss des Rates der Gemeinde Raesfeld hat sich gegen eine Erneuerung der Aufsuchungsgenehmigung für die Erdgasfelder, die im Bereich Raesfeld und Erle liegen, ausgesprochen.

 

Alles gut? Bei weitem nicht!

Aus diesem Grund lud die Bürgermeisterkandidatin Elke Rybarczyk am Freitag, d. 25. April zu einer Informationsveranstaltung ein.

Treffpunkt war die Femeiche - gewählt als Symbol des Lebens.

Und sie kamen: Die SPD-Prominenz, bestehend aus der Bundestagsabgeordneten Ursula Schulte, der Fraktionssprecherin der SPD im Kreistag Elisabeth Lindenhahn, dem Landratskandidaten Gerhard Ludwig und dem Unterbezirksvorsitzenden der SPD Marc Jaziorski und zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Elke Rybarczyk setzt sich als Lokalpolitikerin, Mutter und Lehrerin dafür ein, das Thema „Fracking“ von allen Seiten zu beleuchten: gesetzliche Rahmenbedingungen, Zweck, Aufwand (Technik), Nutzen, Folgen und Gefahren. Sie möchte erreichen, dass die Öffentlichkeit weiterhin aufmerksam verfolgt, was diese hochriskante Technik der Erdgasgewinnung für die Menschen heute und die nachfolgende Generationen bedeuten kann.

Das Münsterland als eine relativ ergiebige Fundstätte von Erdgas ist bereits in Felder und Interessensgebiete der Abbaufirmen aufgeteilt.

Gronau als aktuelles Beispiel zeigt leider überdeutlich, wie vermeintlich beherrschbare Technik sich eben nicht nur bei Störfällen, sondern auch bei der Entsorgungsproblematik als nicht kontrollierbar erweist. Fehlende Konzepte wirken sich unumkehrbar katastrophal auf Grundwasser, Boden aber auch Luft – unsere drei lebenswichtigen Elemente aus.

Fracking hat einen enormen Flächenbedarf, es entsteht eine Industrielandschaft mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Außerdem werden unvorstellbare Mengen an Wasser benötigt.

Die Fluide, die das Gas fließen lassen, bestehen aus Chemikalien, Bioziden, Diesel. Es gibt angeblich schon alternative Fördermöglichkeiten, die ohne Gift auskommen, aber man kann unsere Umwelt nicht einer Technik aussetzen, die noch in den Kinderschuhen steckt.

Welche Auswirkungen hat es auf die Landwirtschaft? Große Flächen werden unbrauchbar. Wie soll das kompensiert werden?

Ein weiterer Aspekt war der wirtschaftliche Nutzen von Fracking; mit sorgfältig recherchierten Zahlen belegte Elke Rybarczyk, dass das durch Fracking gewonnene Gas bei weitem nicht die Bedeutung für unseren Energiebedarf hat, wie es von den Abbaufirmen dargestellt wird.

Elke Rybarczyk beendete ihren Vortrag mit einem Zitat von Konrad Lorenz (Nobelpreisträger 1973): „Wir haben diese Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern sie von unseren Kindern nur geborgt.“

 

In ihrem Vortrag machte Elke Rybarczyk deutlich, dass die Gemeinde überhaupt keine rechtliche Möglichkeit hat, Fracking zu verhindern. Die Entscheidung liegt allein bei dem Bergamt bei der Bezirksregierung Arnsberg, die sich ihrerseits an das zurzeit geltende Bergrecht zu halten hat. Dieses Bergrecht von 1865 hat einige Neuerungen seitdem durchaus erfahren; die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) braucht bei Bergbauvorhaben (z. B. Fracking) nur ausnahmsweise durchgeführt zu werden.

Angesichts dieser beklemmenden Aussicht forderte Elke Rybarczyk, dass von allen erdenklichen Seiten Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden müsse, denn das Bergrecht kann nur im Rahmen einer Gesetzesänderung verändert oder erweitert werden.

Die Zuhörer formulierten im Anschluss an den Vortrag viele Fragen. Die anwesenden Politiker versuchten, Antworten zu geben. Sie stellten dabei die Positionen des Bundes, des Landes NRW und des Kreises Borken dar. Eigentlich sind alle gegen das Fracking eingestellt, aber eine notwendige Änderung des Bergrechtes wird nur langfristig angestrebt. Widerstand kommt vor allen Dingen von der CSU aus Bayern.

Scharf kritisierten die Zuhörer die mangelnde Information über das Fracking durch die Kreise, Städte und Gemeinden und forderten insbesondere die Politiker auf, sich nachdrücklich und ohne Kompromisse gegen Fracking auszusprechen und dafür Sorge zu tragen, dass das Bergrecht schnellstens geändert wird.

Elke Rybarczyk wird die Ängste und Forderungen der Zuhörer ernst nehmen und an die zuständigen Stellen weiter leiten.

 

 
 

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